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Die Logik der Selbstjustiz und ihr bürgerlicher Applaus

Es ist ein herrlich bequemes Schauspiel: Danger Dan lümmelt auf dem Klavierhocker und singt staatsmännisch flankiert von der Kunstfreiheit, während das gehobene Bildungsbürgertum in den Altbauwohnungen von Berlin-Mitte andächtig am Hafer-Latte nippt und applaudiert. Man fühlt sich so wunderbar gut, so unendlich richtig.

Doch die Realität auf der Straße schert sich nicht um feuilletonistische Metaphern. Der Hammer, von dem in diesen Kreisen so gern geraunt wird, ist dort draußen weder rhetorisch noch moralisch gemeint. Er ist massiv, physisch. Wer wissen will, wie das klingt, muss nur genau hinhören, wenn Lieder wie „Keine Angst“ den Soundtrack für den Exzess liefern.

Hausbesuch in Thüringen: Die Praxis der „Guten“

Die konsequente Praxis dieser wohlwollend geduldeten und klammheimlich bewunderten Szene sieht in der Realität nämlich nicht nach intellektuellem Diskurs aus. Sie könte eher so aussehen: Man reist gut organisiert in ein 600-Seelen-Dorf irgendwo in der thüringischen Provinz. Man sucht sich Oma und Opa Schallupke heraus, deren zugegeben krudes Weltbild irgendwo im Vakuum zwischen RTL-2-True-Crime und den dumpfen Parolen des lokalen Dorfstammtischs steckengeblieben ist.

Und dann wird ihnen dieses Weltbild nicht wegdiskutiert oder mit Argumenten widerlegt. Nein, als „letztes probates Mittel“ im Kampf für das Gute wird es ihnen ganz real und stumpf mit dem Hammer aus dem Schädel geprügelt – nur um ihnen im nächsten Atemzug das eigene, angeblich so „edle und geläuterte“ System auf exakt dieselbe Weise wieder einzubläuen. Falls sie nach dem ersten Schritt noch atmen.

Epistemische Sensibilität vs. Schädel

Hier offenbart sich die atemberaubende, fast schon psychopathische Doppelmoral unserer selbsternannten moralischen Elite. Es sind dieselben Kreise, die im Alltag schon beim falschen Pronomen hyperventilieren, in jedem unbedachten Wort eine „epistemische Gewalt“ wittern und Safe Spaces fordern, weil die Realität ihnen zu triggernd ist.

Doch wenn im Namen des „guten Zwecks“ echte Knochen brechen, Gesichter zertrümmert und Existenzen vernichtet werden, dann schaut das Bionade-Biedermeier geflissentlich weg. Physische Gewalt, ausgeführt von den nützlichen Idioten der Antifa-Szene, wird dann zum Kollaterschaden einer „historischen Notwendigkeit“ verklärt.

Die moralische Flatrate: Drecksarbeit auf Steuerzahlerkosten

Das System dahinter ist perfide: Man füttert die Szene über verschlungene Wege und schwammige Demokratieförderprojekte mit staatlichen Geldern, beklatscht die popkulturelle Flankierung in den öffentlich-rechtlichen Sendern und wäscht die eigenen Hände in Unschuld, während das vermummte Fußvolk auf dem Pflaster die Drecksarbeit erledigt.

Es ist eine moralische Auslagerung par excellence: Den moralischen Rausch gönnt man sich beim Limoncello Sekt auf der Dachterrasse, die Konsequenzen tragen die anderen. Wer den Terror der Rechten mit dem exakt baugleichen Terror von Links bekämpfen will – und wer das aus der absoluten Komfortzone seiner urbanen Wohlfühloase heraus legitimiert und intellektuell unterfüttert –, der bekämpft nicht den Faschismus. Er kopiert ihn lediglich unter einem anderen Banner. Er hat den Faschismus nicht überwunden, er hat ihn nur ausgelagert.

Der Eco-Check: Ein Blick in den totalitären Spiegel

Der selbsternannte „gute Widerstand“ sollte sich daher dringend einmal den Spaß machen, von den Dachterrassen seiner Berliner Mitte-Townhouses herabzusteigen und einen nüchternen Blick in den Spiegel zu werfen. Es wäre an der Zeit, ganz wertfrei zu prüfen, wie viele Häkchen man mittlerweile selbst hinter die 14 Kriterien des Ur-Faschismus von Umberto Eco setzt.

Wer Abweichler gnadenlos dämonisiert, wer den Kult der direkten Aktion über das Gesetz stellt, wer das Denken in absolutes Gut gegen Böse aufteilt und wer Gewalt als legitimes Reinigungsmittel feiert, der ist dem historischen Original verdammt viel näher, als es der eigene, mühsam polierte Heiligenschein im Spiegel jemals zulassen würde.

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