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Koffer packen gegen rechts: Die große Illusion der Berufs-Empörten

Es ist wieder soweit: Sobald ein Wahlergebnis nicht den gewünschten Haltungsvorgaben entspricht oder die AfD an Regierungsbeteiligungen schnuppert, fluten sie die Timelines. Tausende wohlversorgte Großstadt-Aktivisten, TikTok-Philosophen und Twitter-Krieger schwören mit pathetischem Beben: „Wenn die an die Macht kommen, verlasse ich dieses Land!“

Man möchte ihnen fast zurufen: Reisende soll man nicht aufhalten. Doch wer den theatralischen Auswanderungs-Schrei tatsächlich in die Tat umsetzen will, dürfte schon am Abfertigungsschalter eine Überraschung erleben, die das woken Weltbild mit der Wucht einer Abrissbirne zertrümmert.

Asylgrund: „Das Wahlergebnis gefällt mir nicht.“

In der heimischen Filterblase herrscht aufgrund der Erfahrung im eigenen Land offenbar der feste Glaube, Asyl sei ein bedingungsloses Recht auf persönliches Wohlfühlklima. Man imaginiert sich bereits im Ausland als heroischer Geflüchteter vor den bösen Mächten der Finsternis, der mit Applaus, Begrüßungsgeld und einer hellen, geräumigen Wohnung in bester Lage empfangen wird.

Die Realität? Ein Blick in Art. 1 A Abs. 2 der Genfer Flüchtlingskonvention: Asyl und Flüchtlingsschutz greifen ausschließlich bei begründeter Furcht vor gezielter, individueller staatlicher Verfolgung – wegen Rasse, Religion, Nationalität, politischer Gesinnung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe.

Dass der eigene Lieblings-Grünenpolitiker die Wahl verloren hat, ist völkerrechtlich kein Fluchtgrund. Weder Kanada, Australien noch irgendein anderes westliches Land vergeben Asylvisa an Bürger eines demokratischen Rechtsstaats mit funktionierendem Grundgesetz. Wer am Flughafen in Toronto oder Tokio aufschlägt und wegen der Sitzverteilung im Landtag von Sachsen-Anhalt um Asyl bettelt, wird nicht „alimentiert“, sondern sitzt schneller im Rückflug nach Frankfurt, als er „Awareness-Konzept“ buchstabieren kann.

Das böse Erwachen: Wenn die Welt ein Punktesystem hat

Richtig finster wird es für die Trotz-Auswanderer beim Versuch der regulären Migration. Während in Deutschland oft der Eindruck vermittelt wird, Grenzen seien ein reines Auslaufmodell und Einwanderung mit Alimentierung ein Grundrecht für jedermann, betreiben klassische Einwanderungsländer knallharten, pragmatischen Utilitarismus.

Schockierende Nachricht für den Berliner Szenekiez:

  • Kanada, Neuseeland und Australien arbeiten mit strengen Punktesystemen. Dort zählt exakt eines: Der wirtschaftliche Nutzen für das Gastland.
  • Es gibt Punkte für: handfeste Mangelberufe (Ärzte, Ingenieure, Handwerker, Software-Entwickler), Sprachprüfungen mit Bestnoten und prall gefüllte Bankkonten für die Eigenversorgung.
  • Was keine Punkte bringt? Weder gilt „Transperson“ als zukunftsfähiger Mangelberuf, noch wird „Neurodiversität“ als verwertbare Qualifikation anerkannt.

Außerhalb des deutschen, üppig mit Steuergeld gemästeten Subventions-Biotops existiert schlicht kein Markt für 30-Stunden-Wochen in steuerfinanzierten NGO-Antidiskriminierungsstellen. Kein Einwanderungsbeamter in Vancouver oder Sydney wird ein Visum ausstellen, damit jemand Workshops über „Postkoloniale Körpererfahrungen im Spätkapitalismus“ leitet. Wer dort hinein will, muss dem Land nützen – nicht auf der Tasche liegen.

Die Härteprobe: Der Traum vom „Globalen Süden“

Noch grotesker wird die Auswanderungs-Fantasie, wenn es nicht in die „kapitalistischen“ OECD-Staaten gehen soll, sondern die romantisierte Liebe zu fernen, vormals kolonisierten Ländern praktisch werden muss. Wer im Vollrausch des intersektionalen 4.-Welle-Feminismus meint, im Nahen Osten, in Nordafrika oder Zentralasien ein anti-westliches Refugium zu finden, ignoriert die dortige Gesetzeslage auf lebensgefährliche Weise.

  • Afghanistan & Syrien: Dort wird der 4.-Welle-Feminismus garantiert nicht mit offenen Armen empfangen. Unter den Taliban werden Frauen aus Schulen, Unis und dem öffentlichen Leben verbannt. Gleichgeschlechtliche Handlungen werden nach der Scharia mit Peitschenhieben, Steinigung oder Hinrichtung bestraft. In Syrien regelt das Strafgesetzbuch (Art. 520) unmissverständlich mehrjährige Zwangsarbeit und Haft für homosexuelle Kontakte.
  • Islamische Staaten allgemein: Ob Iran, Jemen, Mauretanien oder Saudi-Arabien – für die Queer-Community drohen dort Zuchthaus, Prügelstrafen oder die Todesstrafe. Dinge, die in Berlin-Kreuzberg auf bunten Flyern stehen, gelten dort schlicht als strafbare Dekadenz.

Es ist die ultimative Realsatire: Man flieht vor konservativen Parteien im eigenen Land, um sich freiwillig Rechtssystemen zu unterwerfen, die nicht mal die elementarsten Grundrechte einer Frau oder Homosexuellen anerkennen.

Das Privileg, fliehen zu dürfen

Auswandern aus politischem Trotz ist eine heroisch, selbstgerechte Pose für die eigenen Social-Media-Follower. Wer den Mund so voll nimmt, vergisst schlicht, wie gigantisch die Hängematte ist, in der er sich gerade ausruht.

Keine alimentierten NGOs. Kein kostenloses Bürgergeld für Gesinnungskämpfer. Kein Visum für pure Befindlichkeiten. Die Welt da draußen ist nicht linksgrün, nicht zimperlich und ganz sicher kein wohlwollender Wohlfahrtsstaat für frustrierte Wohlstandsverwahrloste.

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