Lange Zeit schien die Sache ausgemacht: Wer das Wort „Linksfaschismus“ auch nur in den Mund nahm, hatte sich im links-progressiven Tugend-Kosmos sofort ins gesellschaftliche Aus katapultiert. Eine krude Wortschöpfung der rechten Reaktion, ein hilfloses Hufeisen-Ablenkungsmanöver, um vom wahren, einzig existierenden Bösen abzulenken. So dachte ich auch. Lange Zeit.
Aber hear me out. Wer die Augen vor der aktuellen Realität der politischen Debatte in diesem Land nicht völlig verschließt, muss feststellen: Der Begriff hat seine Unschuld verloren, weil eine bestimmte Strömung der Linken ihre demokratische Maske nicht nur hat fallen lassen – sie hat sie im Rausch der eigenen Selbstgerechtigkeit zertreten.
Die Entmenschlichung des Gegners: Wenn aus Menschen „Monster“ werden
Die fundamentale Gesetzmäßigkeit des modernen Linksfaschismus lautet: Es darf keine Abweichung geben. Dem dogmatischen Gesinnungswächter ist es mittlerweile physisch unerträglich, dass jemand eine Meinung besitzt, die nicht exakt auf seiner ideologischen Linie liegt. Doch der eigentliche zivilisatorische Dammbruch liegt tiefer: Es bleibt nicht bei der Ablehnung der Meinung. Der Mensch, der diese Meinung wagt zu äußern, darf entmenschlicht, moralisch vernichtet und für vogelfrei erklärt werden.
Wie diese Entmenschlichung im linksliberalen Mainstream sprachlich vorbereitet wird, zeigt sich, wenn Spitzenpolitiker der demokratisch gewählten Konkurrenz – wie etwa der AfD-Kandidat für das Amts des MInsiterpräsidenten in Sachsen-Anhalt – in öffentlichen Debatten völlig ungeniert als „Monster“ tituliert werden. Das ist keine scharfe politische Kritik mehr; das ist sprachliche Entmenschlichung in Reinkultur. Wer den politischen Gegner zum „Monster“ erklärt, entzieht ihm den Status als Mensch und damit jeglichen Anspruch auf Grundrechte, Respekt oder gar körperliche Unversehrtheit. Denn ein Monster bekämpft man nicht mit Argumenten – ein Monster vernichtet man.
Vom moralischen Hochmut zum Vernichtungsphantasismus
Dass dieser sprachlichen Entmenschlichung in der Praxis die nackte, mörderische Gewalt folgt, ist die logische Konsequenz. Und diese Gewaltphantasien sind längst in der bürgerlichen Mitte des linksprogressiven Milieus angekommen. Wenn eine ganz normale, gebildete linksprogressive Freundin nach der misslungenen Blockade eines AfD-Parteitags beiläufig vorschlägt, man hätte „während des Parteitags die Messe einfach abfackeln“ sollen, weil das „wenigstens effektiv“ gewesen wäre, dann gefriert einem das Blut in den Adern.
Hier phantasiert das vermeintlich „gute“ Umfeld ganz schmerzfrei über den qualvollen Massenmord an Hunderten von Menschen – legitimiert durch das Gefühl, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen. Es ist genau diese erschreckende Banalität des linkstotalitären Denkens: Für das Erreichen des höheren Ziels wird der Scheiterhaufen für den politischen Ketzer wieder zur legitimen Option.
Wenn die Fratze der Gewalt applaudiert
Die Belege für diese Verrohung besetzen längst die offene Bühne.
Da ist ein Rapper wie Danger Dan, dessen kalkulierte Kunstfreiheit-Hymnen vom Bildungsbürgertum abgefeiert werden, während er in seinen Texten die Grenze zur handfesten Gewaltakzeptanz überschreitet, solange es die „Richtigen“ trifft. Gewalt wird hier als antifaschistische Romantik verpackt und gesellschaftsfähig gesungen.
Noch brutaler zeigte sich diese totalitäre Fratze bei der Pressekonferenz des Bündnisses „Widersetzen“. Als dort Gewalt gegen unliebsame Reporter nicht nur bagatellisiert, sondern de facto legitimiert wurde, fiel jener Satz, der das linksfaschistische Denken in seiner ganzen Hässlichkeit offenbart:
„Auch Faschisten mit einem Presseausweis sind Faschisten. Ich weiss nicht, was es daran nicht zu verstehen gibt“
Die pure, nackte Willkür des Tribunals. Wer ein „Faschist“ ist, bestimmt die neue Inquisition ganz einfach selbst. Der Presseausweis – ein Grundpfeiler der demokratischen Öffentlichkeit – wird zum wertlosen Fetzen Papier erklärt. Wer nicht bedingungslos für uns ist, ist der Feind. Und der Feind hat keine Rechte mehr.
CSD-Attentat: Verschwörungsrausch und Realitätsverweigerung
Besonders widerwärtig wird es, wenn die Realität nicht mehr zum ideologischen Masterplan passt. Beim jüngsten CSD-Attentat zeigte der linke Mainstream eine Flexibilität in der Realitätsleugnung, die man sonst nur von den flachsten Querdenker-Kanälen kennt. Statt den Tatsachen ins Auge zu blicken, griffen im progressiven Milieu rasant Verschwörungstheorien um sich. Da wurde die Tat umgedeutet, verschleiert und so lange ideologisch zurechtgebogen, bis das mörderische Resultat irgendwie in das Narrativ der allgegenwärtigen, rein weißen, rechtsradikalen Bedrohung passte. Es ist ein kollektiver Wahn: Lieber leugnet man die Realität, als zuzugeben, dass der Täter nicht ins eigene Feindbild passt.
Gleichzeitig wird konservativen Kräften pauschal jegliches Recht auf echte Anteilnahme und Trauer abgesprochen. Weil sie einen linksprogressiven, oft absurden Queer-Aktionismus oder biologiefreie Geschlechtertheorien ablehnen, wird ihnen unterstellt, sie würden den Tod von Menschen insgeheim begrüßen. Trauer und Bestürzung wird zum exklusiven Privileg der eigenen Gesinnungsgruppe privatisiert.
Der pawlowsche Reflex: Die „Demo gegen rechts“ als Schutzschild
Und dann ist da der mittlerweile fast schon mechanische Reflex. Wenn es zu brutalen Übergriffen oder Attentaten kommt, die aus Teilen der migrantischen Bevölkerung verübt werden – und ja, es sind kleine Teile –, setzt in Sekundenschnelle die linke Ablenkungsmaschinerie ein. Noch bevor das Blut der Opfer trocken ist, noch bevor die Polizei die Fakten ermittelt hat, formiert sich der Zug zur „Demo gegen rechts“.
Das ist an Zynismus kaum zu überbieten. Dieselben Leute, die jeden Andersdenkenden sofort der „Instrumentalisierung“ bezichtigen, wenn er das Problem der importierten Gewalt auch nur benennt, instrumentalisieren die Leichen der Opfer für ihren eigenen, sterilen Kampf gegen das rechte Phantom. Es ist ein moralischer Schutzwall, hochgezogen aus purer Feigheit vor der Realität. Man demonstriert lieber gegen die Kritiker der Missstände als gegen die Mörder, weil die Mörder das eigene Weltbild ins Wanken bringen könnten.
Die Fratze im Spiegel
Es ist Zeit, den Begriff beim Namen zu nennen. Wenn der Kampf für das vermeintlich „Gute“ die Methoden des Totalitarismus annimmt – systematische Ausgrenzung, paranoide Verschwörungstheorien, die Vernichtungsphantasien der bürgerlichen Mitte und die eiskalte Rechtfertigung von Gewalt gegen Abweichler –, dann unterscheidet er sich in der Praxis durch nichts mehr von dem, was er zu bekämpfen vorgibt.
Wer Andersdenkende zu Monstern erklärt und davon träumt, Messehallen voller Menschen abzufackeln, ist kein Antifaschist. Er ist ein Totalitärer im moralischen Tarnanzug. Er schaut in den Spiegel und merkt vor lauter Selbstgerechtigkeit nicht, dass er längst die Fratze dessen trägt, wogegen er einst angetreten ist.

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